Julia Kaufmann Zumbrunn, Flötistin, Instrumentallehrerin, Kursteilnehmerin in der «Ersten ergänzenden Ausbildung» 2016-2017

Julia Kaufmann Zumbrunn

«In der Ausbildung "Die Kunst der Musikerziehung nach MLT" erfahre ich einen neuen Zugang zur Musik. Trotz meiner langjährigen Musikerfahrung habe ich das Gefühl, viel näher an den Ursprung der Musik zu rücken. Ich versuche, mich von meinen oft zu "kopflastigen" Mustern zu befreien und wieder wie ein Kind Musik zu lernen. Ich habe Spass an dem körpernahen Lernen. V.a. das Singen in der Gruppe berührt mich sehr.

Im Unterricht von meinen InstrumentalschülerInnen hilft mir das erworbenen Wissen, um Probleme anders anzugehen.

Durch die Ausbildung werde ich die Möglichkeit haben, mit kleinen Kindern zu arbeiten und Kinder beim frühen Einstieg in den Instrumentalunterricht besser zu begleiten.

Die Ausbildungstage sind sehr gut aufgebaut und ich gehe immer reich an neuem Wissen und Ideen nach Hause."

Regula Schwarzenbach, Kursleiterin gordon-musik-lernen für Kinder im Alter von 0-6 Jahren

Regula Schwarzenbach

«Nach meiner Grundausbildung zur MLT-Erzieherin begann ich 2011 auf privater Basis mit einer Gruppe von 4 Kindern im Alter von 0-18 Monaten.

Heute arbeite ich mit über 40 Kindern in allen Altersgruppen, (0-18, 18-36 Monate und 3-6 Jahre). Mütter besuchen die Kurse auch mit ihrem zweiten Kind. Ich erteile inzwischen auch Flötenunterricht an Kinder, die aus den Kursen der informellen Erziehung, das heisst der Vorbereitenden Audiation herausgewachsen sind.»

Irene Honegger, Primarlehrerin

«Die Kinder, die von Regula Schwarzenbach in den MGA* Stunden nach der Music Learning Theory unterrichtet werden, singen schon im Laufe des ersten Schuljahres sehr rein, mit feinen und klangvollen Stimmen. Wir können in der Klasse bereits im Kanon singen. Die Kinder sprechen Rhythmen sehr präzis nach. Das haben meine früheren Schüler der 4. Klasse nicht annähernd so gut gemacht.»

*MGA (Die musikalische Grundausbildung der Musikschule Zürcher Oberland)

Eltern berichten

Wir spielen zusammen!

Regula Besl kommt mit der drei jährigen Julia seit einem Jahr in die Gruppe. Im September ist ein kleiner Bruder zur Welt gekommen. Er ist meistens ebenfalls in den Musikstunden dabei und  geniesst es sehr.

«Die Musikkurse sind eine grosse Bereicherung für uns alle. Julia freut sich immer sehr zu kommen. Zu Hause singt sie oft die Begleitmuster, die wir Mütter in der Gruppe singen, dann  improvisiert sie dazu, auch perkussiv. Ich empfehle die Kurse, weil die Musik so frei ist, Musik ohne Worte, spontan, als wäre nichts vorprogrammiert. Das können wir als Eltern unseren Kindern  nicht auf diese Art bieten. Es ist ein Ort wo die Kinder einfach Kinder sein können, wo sie auf ihre Weise sich selber sind. Du kannst jedes einzelne der Kinder dort abholen, wo es gerade in seiner Entwicklung steht. Es ist eine Zeit, welche wir mit den Kindern ohne technische Hilfsmittel, Medien, Spielzeuge etc. verbringen. Es ist so schön, mit ihnen eine Zeit zu haben, wo nur Körper und Stimme spielen! Für mich sind die Kurse ein wichtiger Baustein für die musikalische Bildung. Die «miam Konzerte» besuchen wir auch gerne. Julia schwärmt für den Schlagzeuger!»

Nach der Musikstunde, während wir Erwachsenen miteinander sprechen und ich die Rückmeldungen der Mutter notiere, singt Julia ganz selbstvergessen, frei improvisierend vor sich hin und legt dabei Memory Karten auf den Boden.  11.4.2016

 

Rahel Eidenbenz begleitet die vier jährige Malin seit 3  Jahren in die Gruppe. Malin hat eine fünf Jahre ältere Schwester und freut sich sehr, die Mutter auch mal für sich ganz alleine zu haben.

«Malin singt viel und gerne. Sie kann Töne abnehmen und singt die Lieder, die sie in der Krippe lernt sehr rein. Sie hat ein gutes Gehör und ist überhaupt sehr aufmerksam beim Musik hören. Ihre sprachliche Entwicklung dünkt mich sehr fortgeschritten, wenn ich sie mit dem damaligen Stand der älteren Schwester vergleiche. Es besteht ein grosser Unterschied. Natürlich kann ich nur vermuten, dass es mit der Musiklern Gruppe zu tun hat. Sie kann sich verbal und nonverbal besser ausdrücken, als es die grosse Schwester mit vier Jahren konnte.

Ich bin überzeugt, dass diese Kurse ein wertvoller Beitrag sind für die persönliche, sprachliche und Wahrnehmungs- Entwicklung und die Kreativität der Kinder. Jedenfalls kein unterhaltendes Mainstream Angebot.» 13.4.2016

 

Barbara Grass begleitet den vier Jahre alten Amaru seit 3  Jahren in die Gruppe. Vor 18 Monaten ist eine kleine Schwester zur Welt gekommen.

«Amaru singt sehr viel und ist sehr häufig mit Musik in Kontakt. Sein Vater ist Musiker. Ich glaube, dass ich in meinem Verhalten als Mutter viel von den Kursen profitiert habe. Ich gebe viel weniger vor, als ich spontan aus meiner Erziehung heraus machen würde. Ich kann eher beobachten, wenn die Kinder singen und tanzen und mich darüber freuen, was alles aus ihnen spontan herauskommt. Ich überlasse den Kindern die Initiative und reagiere darauf. Weniger (Einfluss nehmen) ist auch hier mehr! An den Kursen bei dir gefällt mir besonders, das Lernen ohne vorgegebene Strukturen, die Tatsache, dass jedes Kind anders sein darf und nicht zuletzt die schöne Atmosphäre in den Räumen und den gemütlichen «Znüni-Egge» nach den Stunden. Klar ist es manchmal mühsam auch an meinem freien Morgen früh aus dem Haus gehen zu müssen, die Kinder vorzubereiten, aber die Regelmässigkeit und Konstanz finde ich für die Kinder sehr wichtig. Und wir können gemeinsam etwas unternehmen, das alle freut!» 13.4.2016

Letizia Fiorenza, Sängerin, Dozentin ATT®

Letizia Fiorenza

Ich besuchte die ersten 12 Module der MLT-Ausbildung in Rom, weil mich die Ähnlichkeit des Spracherwerbs und des Musiklernens faszinierte und obwohl ich wusste, dass ich nicht mit Kindern damit arbeiten würde.

MLT hat meine eigene Audiation gefördert. Das Hören von verschiedenen Modi, von harmonischen Strukturen und ungewohnten Metren und die tonale Improvisation haben mir wichtige Impulse auch für die freie Improvisation gegeben, die ich als Dozentin für Atem-Tonus-Ton® (ATT) und Improvisation an verschiedenen Instituten unterrichte.

MLT und ATT haben eine innere Haltung gemeinsam, das Hören auf den Körper und auf den Atem, das Hören auf die Musik in uns, die kontinuierliche, modulierte Bewegung und die Achtsamkeit. Beide Arbeitsweisen ergänzen und befruchten einander und vertiefen das Verständnis beider.

Isabella Davanzo, Präsidentin Audiation Institute (2013-2017)

Isabella Davanzo

Eine Erfolgsgeschichte aus Italien
An einem trüben Sonntag  im November 2013 versammelten sich etwa 20 Kolleginnen und Kollegen - alle ausgebildete MLT Erzieher- um einen Verein zu gründen, der durch Lehre und Forschung die Ideen und Konzepte der Music Learning Theory innerhalb demokratischer Strukturen vorantreiben wollten. Während der Nebel einer sonnigen Aufhellung wich, entstand das Audiation Institute mit Sitz in Mailand. Seither bin ich stolze Präsidentin dieses Vereins, der inzwischen bereits 120 Mitglieder zählt. Mit dem Vorstand und einer Gruppe von hervorragenden Ausbildnern und einer Vielzahl von Mitgliedern voller Elan und Engagement ist eine sehr dynamische und lebendige Organisation entstanden. Dank dieser - man könnte fast sagen - explosiven Zusammenarbeit konnten grosse Projekte realisiert werden. Nebst den drei Ausbildungsgängen «Die Kunst der Musikerziehung nach der Music Learning Theory von Edwin E. Gordon» in Mailand wurde eine Ausbildung in Izmir in der Türkei durchgeführt. Zur Zeit nehmen wir auch an einem Erasmus Projekt in Portugal teil und freuen uns über die Zusammenarbeit mit dem Institut music & audiation in der Schweiz.  Wir haben renommierte MLT Vertreteri aus den USA für Seminare eingeladen und im Herbst 2014 in Mailand einen höchst interessanten Kongress mit Exponenten aus verschiedenen angrenzenden Fachgebieten durchgeführt. Für die Schülerinnen und Schüler, die von unseren Mitgliedern unterrichtet werden, haben wir einen Sommer Campus realisiert und mit Kinder-Konzerten am berühmten Jazz-It Festival teilgenommen. Die Liste wäre unvollkommen ohne die Erwähnung der wunderschönen Online Zeitschrift «audiation», die zwei mal jährlich interessante Beiträge zur Musikerziehung, Psychologie, zu Atem und Stimme und aktuelle Erkenntnisse aus der Hirnforschung publiziert.

Ich betrachte unseren Verein als eine Stätte, welche die Gelegenheit bietet, musikalische Erziehung nach Gordons MLT, die uns so begeistert hat, weiter zu pflegen. Ich schätze uns glücklich, dass wir unter den ersten waren, die erkannt haben, wie es effektiv, lustig und motivierend ist, Musik auf kreative Art in einer Gruppe zu lernen.
In den Momenten, wo es scheint, als verschwinde der Horizont hinter dunklen Wolken, sind wir stolz in vorderster Front, einen kulturellen Raum zu bieten, in dem wir gemeinsam die Musik pflegen und kultivieren.


[ DTP ]
music & audiation
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